WIE ALLES BEGANN

Im Jahr 2006 reisen wir zum ersten Mal mit einem gemieteten Wohnmobil durch den Westen Kanadas. Wir wollen es mal ausprobieren.

Unser erstes Mietwohnmobil übernehmen wir in Vancouver und beginnen unseren Roadtrip durch den Westen Kanadas.

Unsere Route Kanadas Westen 2006 (Visualisierung: Google Earth)

Nach drei sehr erlebnisreichen Wochen hat uns der Wohnmobilvirus befallen. Wir sind begeistert, von dieser Art zu reisen und wir lieben es, alles dabei zu haben. Nicht das tägliche aus- und einpacken.

Banff Nationalpark – Morain Lake 2006

Abends an einem schönen Stellplatz, am liebsten mit Blick auf das Wasser und ein Steak auf dem Lagerfeuer. Öfters verbunden mit der Hoffnung, dass kein Bär zum Essen erscheint! 😊

Ein Anmerkung am Rande: Damals hatten wir noch kein Teleobjektiv. Diese Fotos entstanden, indem wir unser Fernglas vor die Linse hielten. 😊

Nach unserem ersten Roadtrip durch Kanada folgten weitere. Wir waren im Osten Kanadas, in Alaska und im Yukon. Sind den Hwy. #1 an der Westküste gefahren. Haben die Mammutbäume bestaunt und den Grand Canyon, den Bryce Canyon, den Yellowstone Nationalpark, die Badlands, die Rocky Mountains und viele weitere beeindruckende Naturwunder.  Im Jahr 2017 haben wir uns drei Wochen nur für Vancouver Island Zeit genommen.

Wir hatten Traumurlaube und können diese Reisen jedem Weltenbummler weiterempfehlen.

Keine Angst! Die Landschaften sind atemberaubend, die Menschen hilfsbereit und freundlich.

Manchmal war es sehr abenteuerlich, aber an eine wirklich gefährliche Situation können wir uns nicht erinnern, selbst als wir aus den Rocky Mountains auf Grund eines Waldbrandes evakuieren mussten oder wenn es mehr Grizzlys als Menschen in der Nähe gab.

Warnschilder am Campgroud – müssen die immer so übertreiben?

Aufregend und für uns ein absolutes Highlight waren unsere Bärenbegegnungen.

Wir müssen Euch warnen:

Eine Bären-Begegnung ist nicht ungefährlich.

Achtung! Immer den Kopf einschalten, dem Grizzly nicht auf die Pelle rücken und immer genügend Abstand halten! Grizzlys sind keine Kuscheltiere! Lebensmittel sollte man da nicht rumtragen!

Im Laufe der Jahre haben wir viele Erfahrungen gesammelt und reisen nun viel langsamer. Wir fahren nicht mehr 5000 Kilometern in drei Wochen. Nehmen uns Zeit und versuchen die neuen Orte, die Natur und die Menschen intensiv kennen zu lernen.

Wenn es möglich ist, stehen wir auf freien Plätzen oder auf einem Naturcampingplätzen.

„Fünfsterneplätze“ meiden wir. Die sind zu eng und zu laut für unseren Geschmack.

Die großen Nationalparks in Kanada und den USA haben wir fast alle gesehen.

Oft gibt es in der Nähe der großen Nationalparks kleinere Stateparks (USA) oder Gouvernementparks (Kanada). Wenn die Nationalparks überfüllt sind sie eine gute Alternative. Hier hat man die Chance mit dem einen oder anderen Einheimischen leichter ins Gespräch zu kommen.

Bryce Canyon 2016

Im Laufe der Jahre entstand so unser Traum von einem eigenen autarken Wohnmobil und die Idee einer Weltreise.

Im Juni 2017 fahren wir zum ersten Mal zu einer Offroadmesse, der „Abenteuer Allrad“ nach  Bad Kissingen, mit unserem lila Zelt.

Wir stehen staunend vor den großen Expeditionswohnmobilen, sind begeistert und fangen an zu träumen. Unser Traum vom eigenen Expeditionswohnmobil wird geboren.

Mit einem Expeditionswohnmobil könnten wir unseren Weltreisetraum open end mit einem autarken Zuhause verwirklichen. Unser Plan in 2017 ist es, in ca. 5 Jahren mit dem Bau unseres Expeditionswohnmobils zu beginnen.

Wir waren selbst noch nie so richtig Offroad unterwegs. Klar, in Alaska gab es Gravelroads. Aber mit dem Mietwohnmobil kannst Du nicht alles ausprobieren. Du fährst bis zum nächsten Campground und das ist manchmal abenteuerlich genug.

Wir wollen wissen wie weit man im Schlamm, in tiefen Spurrillen, im Sand und allem was dazu gehört kommt. Zu dieser Zeit entspricht ein Unimog als Basisfahrzeug noch unseren favorisierten Vorstellungen.

Alle Theorie ist grau. Deshalb buchen wir ein Unimog-Offroadfahren im Mammut-Offroadpark Stadtoldendorf.

Offroadpark Stadtoldendorf 2017

Mit dem Unimog geht es in den Offroadpark.

Es gibt tiefe Schlammlöcher und Spurrillen. Es geht steil bergauf und natürlich wieder runter. Der Unimog ist in seinem Element. Wir sind fasziniert und erstaunt, was so ein Geländefahrzeug alles bewältigt. Thomas macht den Offroadfahrer. Unser Guide ist tiefenentspannt. Claudia spielt die Beifahrerrolle und ist wahrscheinlich die Aufgeregteste auf dieser Tour.

Es macht riesigen Spaß!

In den folgenden Wochen wird unsere Sehnsucht nach dem eigenen Wohnmobil immer größer. Wir denken an Übergangslösungen. Ein Landy oder T4 könnte was sein. Oder doch einen LKW mit Koffer?

In Dessau besichtigen wir einen Defender. Wir sind mit großen Erwartungen angereist. Der Zustand entspricht nach unserem Empfinden nicht dem aufgerufenen Preis. Uns kommt es vor wie eine Lebensaufgabe. Das Platzangebot in einem Landy ist überschaubar und eher minimalistisch.

Der Funke will nicht zu uns überspringen.

Landy angeschaut 2017

Wir suchen weiter im Internet und schauen uns bei anderen Händlern um. In Berlin treffen wir einen Händler, der ebenfalls gerade für sich ein Expeditionswohnmobil baut. Wir kommen ins Gespräch und erzählen von unseren Träumen.

Er rät uns von der Zwischenlösung ab und empfiehlt, uns baldigst mit einem Kabinenbauer zu unterhalten. Die Wartezeiten seien sehr lang!

MB 1013 angeschaut 2017

Den MB 1013 kaufen wir also nicht und auch nicht den T4. Rückblickend sind wir dem Händler für seine Offenheit sehr dankbar.

Auf der Abenteuer-Allrad 2017 in Bad Kissingen hat uns bereits das Konzept der Alukabinen interessiert. Ein Hauptgrund für uns ist das Gewicht und die gepriesene Robustheit dieser Kabinen.

Einer dieser Aussteller hat seinen Firmensitz in Berlin. Das ist ideal, da wir keine langen Anfahrtswege haben. Wir schicken eine Kontaktanfrage per E-Mail und vereinbaren einen Gesprächstermin.

Am 21.03.2018 gehen wir zum ersten Mal zu unserem zukünftigen Kabinenbauer in Berlin. Wir möchten uns beraten lassen und hoffen herauszubekommen, welches Basisfahrzeug wir brauchen und mit welchen Lieferzeiten wir rechnen müssen. Ist eine Alukabine das Richtige für uns und wird unser Budget reichen?

Die Firma nimmt sich für uns sehr viel Zeit. Vier Stunden wird geredet, beraten und wir dürfen einen ersten Blick in die Werkstatt werfen.

Dort stehen unsere Träume. Expeditionswohnmobile in allen möglichen Ausführungen werden gebaut.

Dann steht fest, wir brauchen einen MB 1017 mit Allrad. Ein Unimog geht nicht.

Warum? Wir wollen ein 5 m Kabine und möglichst unter 7,5 to bleiben. Diese Kabine ist für den Unimog zu lang. Mit einer Alukabine und einem MB 1017 haben wir eine Chance. Also wird unsere nächste Aufgabe sein, einen Mercedes Benz 1017 mit 4×4 finden.

Am Ende unseres Besuches kommt die entscheidende Wende die unser Leben grundlegend verändern wird. Es wird uns die Übernahme eines Projektabbruchs vorgeschlagen. Der besteht aus einem MB 917AF und einer 5 m Alu-Kabine mit Fenstern, Dachluken, Tür und Klappen. Der  917AF wäre sogar die bessere Entscheidung, da er leichter ist.

Das müssen wir erstmal verdauen. Wir bitten um Bedenkzeit.

Noch am Abend diskutieren wir über die Übergangslösungen und machen eine grobe Kalkulation. Da kommen für die Übergangslösungen schnell mal 50 T€ und mehr zusammen. Ob wir die Übergangslösung in fünf Jahren zu einem guten Preis verkaufen können ist sehr fraglich. Ein großes Expeditionswohnmobil wollten wir so früh aber noch nicht bauen. Wir sind hin- und hergerissen.  Letztlich gibt es aber keinen Grund, sich die Sache nicht mal genauer anzuschauen.

Bereits am nächsten Tag rufen wir an und signalisieren unser Interesse. Einige Tage später folgen die ersten Fotos vom LKW und die Kontaktdaten zum Vorbesitzer.

Bertha im April 2018

Wenn wir Deine Neugierde wecken konnten und Dich die Fortsetzung unserer Geschichte interessiert, freuen wir uns sehr, wenn Du dabei bleibst.

 bertha2go @ Instagram

Schreiben Sie einen Kommentar